Probleme des Antirassismus (Frankfurt a. M.)

Buchvorstellung & Diskussion mit Andreas Stahl und Tim Stosberg

Nicht erst seit den Protesten der Black-Lives-Matter-Bewegung im Jahr 2020 hat die Debatte über Rassismus in der öffentlichen und wissenschaftlichen Auseinandersetzung eine zentrale Rolle eingenommen. Einzug in den gesellschaftlichen Mainstream erhalten dabei besonders Positionen, die von akademischen Strömungen wie „Critical Whiteness“, dem Postkolonialismus oder Poststrukturalismus beeinflusst sind. Statt einer theoretischen Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Entstehungsbedingungen des Rassismus begegnet man in diesen Ansätzen häufig Angriffen auf Universalismus und Vernunft oder der Einebnung der Spezifik von Antisemitismus und Holocaust. Dagegen befinden sich sozialpsychologisch, ideologiekritisch und materialistisch argumentierende Analysen und Kritiken von Rassismus offenbar immer stärker in der Defensive.

Der vorgestellte Band „Probleme des Antirassismus“ beleuchtet insbesondere die blinden Flecken und Verzerrungen des vorherrschenden Antirassismus und versucht gleichzeitig einige Leerstellen gegenwärtiger Rassismustheorie zu füllen. Andreas Stahl wird in seinem Vortrag auf einige Problematiken antirassistischer Theorie und Praxis eingehen und den Band allgemein vorstellen. Tim Stosberg widmet sich in seinem Beitrag Edward Saids Werk „Orientialismus“ als Wegbereiter des postkolonialen Antisemitismus.

Andreas Stahl studiert Philosophie an der Universität Oldenburg, ist in der politischen Bildung tätig und Mitherausgeber der Sammelbände „Konformistische Rebellen. Zur Aktualität des autoritären Charakters“ (2020), „Probleme des Antirassismus. Postkoloniale Studien, Critical Whiteness und Intersektionalitätsforschung in der Kritik“ (2022) sowie „Subjekt und Befreiung. Beiträge zur kritischen Theorie. Band 1“ (2022).

Tim Stosberg ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam (FFGI) am Forschungsverbund „Normative Orders“ der Goethe-Universität Frankfurt. Er setzt sich schwerpunktmäßig mit einer Kritik des Antisemitismus, Islamismus sowie der Postkolonialen Theorie auseinander und ist Autor des im vorgestellten Band erschienen Textes „‚Once Victims Themselves‘. Edward Saids Orientalism als Wegbereiter des postkolonialen Antisemitismus“.

Eine Veranstaltung der GfkB Frankfurt a. M.

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